Erneuerung einer Krananlage – Halbportalkran

Wind und Wetter trotzen

Wind und Wetter trotzen

Erneuerung einer Krananlage für den Außeneinsatz

01.09.2021 Presse

Mit der Modernisierung einer Krananlage steigerte Stahlbau Schauenberg die Logistik­kapazitäten eines erweiterten Außen­lagers am Standort im süd­badischen Ihringen. Weitere positive Ergebnisse des von Innokran, dem Kranbau­partner von STAHL CraneSystems, durch­geführten Projektes: deutliche Zeit­ersparnisse u. a. beim Be- und Entladen von Lkw sowie eine höhere Flexibilität und ein Zugewinn an Sicherheit beim Material­transport.

Die Stahlbau Schauenberg GmbH ist ein Familien­unternehmen, das seit Gründung im Jahre 1958 für fachliche Kompetenz, Zuverlässigkeit und Flexibilität steht. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Anlagenbau sowie Industrie- und Gewerbebau. Mittlerweile hat sich Stahlbau Schauenberg zu einer inter­nationalen Unternehmens­gruppe mit welt­weit zirka 500 Mitarbeitern und sechs Stand­orten, davon allein drei in Deutschland, entwickelt.

„Unser Hauptsitz ist in Kirchzarten nahe Freiburg. Dort befindet sich der Anlagen­bau u. a.  für Prozess- und Raffinerie­öfen, chemische und petro­chemische Anlagen sowie Kraft­werke. Im rund 30 Kilometer entfernten Werk in Ihringen erfolgt mit rund 40 Mitarbeitern der begleitende Stahl­bau, z. B. Verstärkungs­stahl­bau, Rohr­brücken oder Hallen­bau. In Leipzig haben wir als weiteren deutschen Standort eine Montage“, erklärt Werner Broß, Fertigungs­leiter von Stahlbau Schauenberg für die Werke in Kirchzarten und Ihringen.

Erweiterte Kapazitäten erfordern mehr Leistung
Bereits seit 2009 kommen für den Umschlag des Stahls in Kirchzarten Kran­anlagen und Hebe­zeuge von STAHL CraneSystems zum Einsatz. Mittlerweile wurden gemeinsam mit Innokran, dem lang­jährigen zertifizierten Partner von STAHL CraneSystems, fünf Projekte in Kirchzarten und Ihringen realisiert. Das jüngste Vorhaben: Die Modernisierung einer Kran­anlage in Ihringen. Dort verarbeitet man pro Jahr bis zu 5.000 Tonnen Stahl, wobei die Stahl­profile im Außen­bereich gelagert werden. Um mehr Kapazitäten zu schaffen, wurde das Außen­lager im Jahr 2019 um ein Drittel erweitert.

Hierzu Werner Broß: „Der alte Kran mit einer Spann­weite von 12,5 Metern und einer Traglast von 6 Tonnen war vor diesem Hinter­grund den neuen Anforderungen auf dem größeren Gelände nicht mehr gewachsen. Wir haben daher das logistische Konzept über­denken müssen und uns schließlich zu einer Modernisierung mit einem Halb­portalkran entschlossen.“

Größere Spann­weite und höhere Traglast
Der neue Kran mit einer Spann­weite von 19 Metern sollte den effizienten Material transport auf dem gesamten Außen­gelände ermöglichen und mit einer Traglast von 10 Tonnen selbst Schwerst­arbeit leisten können. Wie bei einem ähnlich gelagerten Projekt in Kirchzarten entschied sich Stahlbau Schauenberg auch bei diesem Halb­portal­kran für ein Hub­werk mit einem Seilzug SH 50 von STAHL CraneSystems in kompakter Bau­form mit geringen Anfahr- und Bauhöhenmaßen.

„Als Spezialisten im Stahl­bau über­nahmen wir die entsprechenden Anpassungen der Kranbahnen. Hierzu mussten wir bei der auf­gestelzten Kran­bahn auf der Hallen­seite lediglich die Kran­bahn­träger ersetzen und die gesamte Kranbahn um 24 Meter verlängern. Die aufgeständerte Kranbahn wurde hingegen komplett entfernt und eine neue, längere Kranbahn auf neue Fundamente am Boden gerichtet“, so Werner Broß.

Konstruktive Maß­nahmen erhalten vorhandene Kranbahn
Im Grunde war die hallen­seitige Kranbahn für den geplanten größeren Kran nicht dafür konzipiert, die horizontal wirkenden Führungs­kräfte beim Beschleunigen und Bremsen aufzunehmen. „Aus diesem Grund haben wir zur Entlastung der oberen Kranbahn an der unteren boden­seitigen Kranbahn der Portal­stützen horizontale Führungs­rollen angebracht, um die Spur­führungs­kräfte abzutragen. Die gesamte Kran­konstruktion inklusive Kran­brücke wurde hierzu eigens besonders steif ausgelegt. Weitere Besonder­heiten des Krans sind zudem die zusätzlichen Fahr­antriebe, die Wind­sicherung und die Still­stand­heizungen“, berichtet Christoph Fischer, Geschäfts­führer und Kran­sach­verständiger von Innokran.

Zuverlässig und sicher selbst bei starkem Wind
Insbesondere Outdoor-Krane bieten immer auch eine große Angriffs­fläche für Wind und müssen mitunter starken Wind­lasten trotzen. Das gilt umso mehr, wenn schwere Lasten am Haken hängen. Die gesamte Statik des neuen Halb­portal­krans bei Stahlbau Schauenberg ist daher entsprechend ausgelegt. Zusätzlich verfügt der Kran über vier anstelle von zwei Fahr­antrieben, sodass dessen sicherer Betrieb selbst bei Wind­stärke 7, also Wind­geschwindigkeiten von immerhin bis zu 15 m/s, möglich ist. Und selbst wenn die Kran­anlage nicht in Betrieb ist, muss sie trotz geschlossener Fahr­werks­bremse gegenüber starken Winden und gar Stürmen gesichert sein. Daher befindet sich zwischen den Fahr­antrieben eine Wind­sicherung mit elektrisch verstellbaren Sicherungs­bolzen.

Lohnende Investitionen in zusätzlichem Schutz
Krane für den Außen­einsatz sind neben starken Winden stets verschiedensten anderen Witterungs­einflüssen ausgesetzt. Somit besteht immer auch das Problem von Korrosion und der Bildung von Kondensation insbesondere in den Schalt­anlagen und Motoren aufgrund wechselnder Temperaturen. Der seitlich an der Kran­brücke angebrachte Steuerschrank ist aus diesem Grunde aus Edelstahl. Die Obergurt­katze wird indes durch eine spezielle Dach­konstruktion vor Nieder­schlägen geschützt. Sämtliche Schalt­anlagen, Motoren und Hubwerke sowie Katzfahr- und Kran­fahr­werke sind darüber hinaus mit Still­stand­heizungen ausgestattet. Aus Sicht von Fertigungs­leiter Broß durchaus lohnende Investitionen: „Im Winter 2020/21 hatten wir z. B. die Heizungen bereits einige Zeit in Betrieb.“

Enorme Zeit­ersparnisse beim Be- und Entladen
Der neue Halb­portal­kran am Standort Ihringen hat vieles verändert. Hierzu gehört nicht allein, dass die erweiterten Lager­kapazitäten durch den größer dimensionierten Kran optimal ausgenutzt werden können. Weitere Vorteile ergeben sich nach Meinung von Werner Broß vor allem durch die immensen Zeit­ersparnisse und höhere Flexibilität beim Material­transport. Hierzu tragen u.a. die maximalen Geschwindigkeiten von Hubwerk (8 m/min), Katzfahrwerk (20 m/min) und Kranfahrwerk (40 m/min) bei. „Entscheidend für uns waren aber insbesondere die maximale Trag­last von 10 Tonnen und die maximale Hub­höhe von 7 Metern.“

Durch die Erweiterung des Außen­lagers müssen die Lkw nicht mehr, wie früher, umständlich rangieren, um auf das Gelände zu gelangen. Das spart Zeit, und mit dem neuen Kran auch beim Be- und Entladen, wie Werner Broß betont. „Wir sind nicht mehr gezwungen, das Material für den Transport um 90 Grad zu drehen und hierbei an den hallen­seitigen Stützen vorbei zu manövrieren, sondern können nahezu die gesamte Spann­weite des Krans ausnutzen, um die Stahl­profile mit einer Länge von durch­schnittlich 16 Metern parallel zu verfahren.“

Mehr Flexibilität durch größere Hubhöhe
Auch die zu bewältigenden Lasten nehmen nach Aussagen des Fertigungs­leiters zu, da das Einzel­gewicht der angelieferten Profil­gebinde in den letzten Jahren immer schwerer wurde. „Beim alten Kran mussten wir die Lasten aufteilen oder die Stahl­träger einzeln aufnehmen. Durch die höhere Trag­last von 10 Tonnen sind wir jetzt in der Lage, die Gebinde komplett anzuheben. Hierdurch sparen wir ebenfalls enorm viel Zeit. Und da das Hub­werk mit einem Last­kollektiv­speicher zur Über­wachung der wichtigsten Parameter, u. a. auch der Maximal­last ausgestattet ist, wird das Heben, Transportieren und Absenken der Lasten hierbei besonders sicher.“

Neben erheblichen Zeit­ersparnissen und einem Zugewinn an Sicherheit verschafft der neue Portal­kran nicht zuletzt aufgrund seiner Hubhöhe von 7 Metern außerdem ein höheres Maß an Flexibilität. „Nun können wir selbst bei Lkw mit Planen die Lasten über die Seiten­wände anheben, anstatt die Stahl­profile bzw. Gebinde, wie in der Vergangenheit, umständlich über die Rückseite der Lade­fläche zu entladen.“

Deutliches Plus an Sicherheit und Bewegungsfreiheit
Bedient wird der Portal­kran über eine Funk­fern­steuerung in Schutzart IP65, deren Empfänger ebenfalls geschützt vor Witterungs­einflüssen im Schalt­schrank an der Kran­brücke unter­gebracht ist. Zur Über­tragung der Funk­signale dient eine am Steuer­schrank montierte, externe Antenne.

Für den Kran­führer bedeutet die handliche Funk­fern­steuerung nicht nur mehr Komfort. Sie erhöht vor allem maßgeblich die Sicherheit beim Lasten­transport, wie Werner Broß aus der täglichen Praxis nur zu gut weiß: „Der Bediener kann den Kran von einem sicheren Stand­ort aus steuern und ist nicht, wie bei kabel­gebundenen Systemen gezwungen, über Stahl­profile zu steigen, wenn er sich mit der Last über das Gelände bewegt. Er hat somit bei seiner Arbeit völlige Bewegungs­freiheit und kann sich immer für den sichersten Weg zum Abhänge­ort entscheiden.“

Erfreuliche Ergebnisse mit positivem Fazit
In Anbetracht der bislang durchweg guten Erfahrungen in der Zusammen­arbeit mit Innokran ist Fertigungs­leiter Werner Broß auch mit dem Verlauf und den Ergebnissen dieses Projektes überaus zufrieden: „Wir sparen viel Zeit und nicht zuletzt Kosten beim Be- und Entladen und den Transport der Profile auf dem Außen­gelände. Darüber hinaus sind wir mit dem neuen Portal­kran in vielerlei Hinsicht wesentlich flexibler geworden. Von der Auftrags­erteilung bis zur Inbetrieb­nahme des Portal­krans vergingen sechs Monate. Große Einschränkungen mussten wir in dieser Zeit nicht hin­nehmen, weil wir während der Bau­arbeiten mit dem alten Kran weiter­arbeiten konnten. Am Ende haben wir mithilfe des jetzigen Krans die nicht mehr benötige Kran­bahn demontiert und die anderen Kran­bauteile abtransportiert.“

Bilder

Erneuerung einer Krananlage – Halbportalkran
Durch die Erneuerung der Kran­anlage steigerte Stahlbau Schauenberg die Logistik­kapazitäten eines erweiterten Außen­lagers am Standort in Ihringen.
Halbportalkran mit einer Spannweite von 19 Metern und einer Traglast von 10 Tonnen
Der Halbportalkran mit einer Spannweite von 19 Metern und einer Traglast von 10 Tonnen ermöglicht mit einem Seilzug SH 50 von STAHL CraneSystems den effizienten, störungsfreien Materialtransport schwerer Lasten.
Aufgestelzte Kranbahn
Stahlbau Schauenberg über­nahmen die Anpassungen der Kran­bahnen. Bei der auf­gestelzten Kran­bahn auf der Hallen­seite wurden hierzu lediglich die Kran­bahn­träger ersetzt und die gesamte Kran­bahn um 24 Meter verlängert.
Kranbahn auf neuen Fundamenten am Boden
Die aufgeständerte Kranbahn wurde komplett entfernt und eine neue, längere Kranbahn auf neue Fundamente am Boden gerichtet.
Zwei Fahrantriebe auf der Bodenschiene
Schwerlastkrane im Außen­bereich müssen mitunter starken Wind­lasten trotzen. Die gesamte Statik des Halb­portal­krans ist daher entsprechend ausgelegt. Zusätzlich verfügt der Kran über vier anstelle von zwei Fahr­antrieben. Auf der Abbildung sind die beiden Fahr­antriebe auf der Boden­schiene zu sehen.
Windsicherung mit elektrisch verstellbaren Sicherungsbolzen
Ist die Kran­anlage nicht in Betrieb, muss sie trotz geschlossener Fahrwerks­bremse gegenüber starken Winden und gar Stürmen gesichert sein. Daher befindet sich zwischen den Fahr­antrieben eine Wind­sicherung mit elektrisch verstellbaren Sicherungs­bolzen.
(Bild: Innokran GmbH)
Seilzug SH
Die Obergurt­katze ist durch eine spezielle Dach­konstruktion vor Nieder­schlägen geschützt. Sämtliche Schalt­anlagen, Motoren und Hub­werke sowie Katzfahr- und Kran­fahr­werke sind darüber hinaus mit Stillstand­heizungen ausgestattet.
(Bild: Innokran GmbH)
Steuerschrank aus Edelstahl
Der seitlich an der Kran­brücke angebrachte Steuer­schrank ist aus Edelstahl und daher vor Witterungs­einflüssen sowie Korrosion geschützt. Der Steuer­schrank integriert zudem die Funk­fern­steuerung in Schutzart IP65 mit dem Empfänger. Zur Übertragung der Funk­signale dient eine am Steuer­schrank montierte, externe Antenne.
Kranführer mit handlicher Funkfernsteuerung
Für den Kran­führer bedeutet die handliche Funk­fern­steuerung nicht nur mehr Komfort, sondern auch einen deutlichen Zugewinn an Sicherheit beim Lastentransport.
Blick von unten auf den Seilzug SH 50
Blick von unten auf den Seilzug SH 50 in kompakter Bauform mit geringen Anfahr- und Bau­höhen­maßen. Das Hubwerk ist zudem mit einem Last­kollektiv­speicher zur Überwachung der Maximal­last ausgestattet.
Aufgestelzte Kranbahn mit Halbportalkran
Die neue Lkw-Einfahrt zum Außen­gelände. Mit dem Portal­kran werden nun viel Zeit und nicht zuletzt Kosten beim Be- und Entladen und den Transport der Profile auf dem Außen­gelände eingespart.
Werner Broß, Fertigungsleiter von Stahlbau Schauenberg
Werner Broß, Fertigungs­leiter von Stahlbau Schauenberg für die Werke in Kirchzarten und Ihringen: „Von der Auftrags­erteilung bis zur Inbetrieb­nahme des Portal­krans vergingen sechs Monate. Große Ein­schränkungen mussten wir in dieser Zeit nicht hin­nehmen, weil wir während der Bau­arbeiten mit dem alten Kran weiter­arbeiten konnten.“