Kurzer Kran für Kurtz

Kurzer Kran für Kurtz

Seilzüge fahren zwischen Kranbrücken

Seilzüge fahren zwischen den Kranbrücken

11.11.2015 Presse

Um größere und schwerere Bau­teile in eine neue Fräs­maschine heben zu können, benötigte der Maschinen­bauer Kurtz Ersa einen neuen Kran. Dieser sollte 16 statt bisher 5 Tonnen heben und auf der bestehenden Kran­bahn fahren. Zudem spielte die Hub­höhe und der geringe Frei­raum oberhalb der Kran­brücke eine Rolle. Stahl- und Kran­bau Oeder, ein Partner von STAHL CraneSystems, entwickelte einen kurzen Sonder­kran mit einer außergewöhnlichen Konstruktion.

Kurtz Ersa baut an seinem Standort in Kreuz­wert­heim Schaum­stoff- und Gießerei­maschinen. Die leistungs­starken Maschinen kommen auf der ganzen Welt zum Einsatz – sei es beim Nieder­druck­guss von Motor­blöcken oder bei der Aus­schäum­ung von Helmen oder Schuh­sohlen. Um die hoch­präzisen Maschinen herstellen zu können, setzt Kurtz Ersa auf 235 Jahre Erfahrung, gut ausgebildetes Personal und einen hoch­modernen Maschinen­park. Anfang August 2015 hat Kurtz Ersa ein neues Fahr­ständer­fräs­werk in Betrieb genommen, das mit einer Genauig­keit von 0,017 mm auf 10 Meter arbeitet und mit dem nun auch größere und schwerere Bau­teile bearbeitet werden können. Für die gewünschte Trag­last von 16 Tonnen waren jedoch weder der vor­handene Kran noch die Kran­bahn aus­gelegt. Einen neuen 16-t-Kran für die bestehende Kran­bahn zu konstruieren erwies sich als schwieriger als gedacht und stellte einige Kran­bauer vor unlösbare Probleme.

Zum einen spielte der geringe Abstand zwischen Kran­bahn und Hallen­decke eine Rolle, zum anderen die Vor­gaben für die Unter­kante des Last­hakens, der nicht mit den Spindel­motoren der Fräse kollidieren durfte. Als Spezialist für Sonder­krane fand Stahl- und Kran­bau Oeder aus dem fränkischen Ecken­tal die optimale Lösung: „Der Knack­punkt der Anlage war definitiv die beengte Ein­bau­situation und die vor­handene Kran­bahn, die nicht verstärkt werden sollte“, erinnert sich Rudolf Lang von Stahl- und Kran­bau Oeder, einem der zertifizierten Partner von STAHL CraneSystems. Mit einer Bau­höhe von 943 mm von Seilzug-Ober­kante bis Haken­unter­kante lieferte Oeder einen Spezial­kran, der die Hub­höhe bis 236 mm unterhalb der Kran­bahn ausnutzt und trotzdem mit dem geringen Raum oberhalb der Kranbahn auskommt.

„Ausgangs­punkt war ein Standard-CraneKit von STAHL CraneSystems mit zwei 8-t-Seilzügen der kompakten SH-Serie – gepaart mit unserem Motto: Wenn es eng wird, sind wir die richtigen“, sagt Rudolf Lang. Seine Lösung basiert auf einer Reihe von Sonder­konstruktionen, die mit einem Standard­kran nicht möglich wären. „Wir mussten uns eine besondere Bau­form für die Kran­brücke ausdenken“, erklärt Rudolf Lang: „Bei diesem Kran fahren zwei SH-Seilzüge mit modifizierten Katzen auf innen­liegenden Schienen zwischen den Brücken­trägern. Nur so und durch eine veränderte Distanzierung der Boogie-Kopfträger war es möglich, den Kran so gedrungen zu bauen.“

Die Last wird auf gekoppelte Kran­kopf­träger mit insgesamt 8 Rädern übertragen, sodass die maximale Trag­fähig­keit der Kran­bahn nicht überschritten wird. Wie viel Last tatsächlich an den Haken hängt, lässt sich im Display der Funk­fern­bedienung ablesen. Der Kran verfügt außerdem über die nötige Sicher­heits­ausstattung für den Tandem­betrieb, der sich per Fern­bedienung aktivieren lässt und das sichere Heben von schweren und langen Werk­stücken ermöglicht. Auch Norbert Jonas, Produktions­leiter bei Kurtz Ersa, ist mit dem neuen Kran mehr als zufrieden: „Um unter diesen Vorgaben einen Kran zu konstruieren braucht es Tüftler wie Rudolf Lang und seine Kollegen – eine bemerkens­werte Leistung und ein technisch über­zeugender Kran. Bei zukünftigen Projekten werden wir sicher wieder auf Stahl- und Kranbau Oeder zugehen.“

Bilder

Der Spezial­kran ist mit zwei Seilzügen SH mit je 8 t Trag­fähig­keit aus­gerüstet, die im Tandem­betrieb auch lange Lasten sicher heben können.
Beengte Verhält­nisse: Die bestehende Kran­bahn und die niedrige Hallen­decke ließen Stahl- und Kran­bau Oeder nur wenig Platz für den neuen Kran.
Der Clou: Die kompakten Seil­züge laufen auf einem Spezial­fahr­werk zwischen den Kastenträgern.
Durch diese Konstruktion konnte Stahl- und Kran­bau Oeder wert­volle Zentimeter gewinnen.
943 mm Bau­höhe … von der Seite betrachtet verschwinden die Seil­züge komplett hinter der Kran­brücke, nur die Haken sind zu sehen.