Ford Indien vertraut auf Made-in-Germany

Ford Indien vertraut auf Made-in-Germany

Highend-Kranlösung

Sparkline baut Highend-Kranlösung für indische Press- und Stanzlinie

30.10.2014 Presse

Der indische Kranbau­partner von STAHL CraneSystems „Sparkline“ hat für ein neues Ford-Werk in Indien mehrere voll­automatische Prozess­krane entwickelt. Insgesamt lieferte der Kran­bauer sieben Krane – ausgestattet mit Winden, Seilzügen und Kran­komponenten von STAHL CraneSystems. Die Krane operieren auf zwei Ebenen und können teilweise übereinander hinweg fahren. Draht­lose Kommunikation der Kran­brücken untereinander und ein komplexer Kollisions­schutz ermöglichen das Arbeiten in verschiedenen Sicherheits­zonen. Um Werkzeug­wechsel in der Press- und Stanz­straße schnell ausführen zu können schrieb Ford hohe Geschwindig­keiten bei Hub- und Fahr­bewegungen vor. „Eine Highend-Krananlage dieser Art ist bislang einmalig in Indien“, erklärt Sparkline-Geschäftsführer Doshi stolz.

Höhere Produktivität durch Automation
In der neu errichteten Press- und Stanz­straße im indischen Sanand fertigt Ford Karosserie­teile für Fahr­zeuge. Die Werkzeuge in den Pressen und Stanzen müssen regelmäßig gewechselt werden – für gewöhnlich kostet das viel Zeit: Der Kran muss geholt und an die richtige Position gefahren werden, der Arbeiter muss das Werkzeug anschlagen, behutsam aus der Maschine heben, zum Lager­platz befördern und schließlich dort absetzen. Nun nimmt er das nächste Werkzeug auf, fährt den Kran zurück zur Maschine und führt die tonnenschwere Last wieder millimeter­genau in die Presse ein. Im neuen Werk in Sanand erfolgt der Werkzeug­wechsel voll­automatisch – das spart wertvolle Minuten und erhöht somit die Produktivität der gesamten Anlage. Nachdem der Arbeiter die Ziel­nummer des Werkzeuges eingegeben hat, fährt der Kran mit einer Geschwindig­keit von bis zu 60 m/min die gewählte Position an. Dabei berück­sichtigt die Steuerung vorgeschriebene Wege und umfährt Sicherheits­bereiche. Mit einer Positions­genauigkeit von ±6 mm erfüllen die Kran­anlagen von Sparkline die strengen Vorgaben von Ford. An der Maschine angekommen nimmt ein Greifer das Werkzeug auf, der Kran fährt automatisch zum Lager­platz und setzt das Werkzeug an einem freien Lager­platz ab.

Experten vor Ort
Die meisten Vorgaben, die Ford an die Kran­anlage stellte, waren nur als Sonder­anfertigung realisierbar. Mit seinem Know-how unterstützte STAHL CraneSystems seinen indischen Kranbau­partner Sparkline frühzeitig bei der Auswahl und Auslegung der Komponenten. Das indische STAHL-CraneSystems-Team und Experten aus Deutschland saßen bereits bei den wichtigen Vor­gesprächen zwischen Sparkline und Technikern der Firma Ford am Tisch. So konnte das Gespann aus Sparkline und STAHL CraneSystems bei Abgabe des Angebots für alle Anforderungen überzeugende Lösungen präsentieren und übertraf mit seiner technischen Flexibilität sogar die hohen Erwartungen des Ford-Teams.

Modernste Kran­technik aus Deutschland
Kernstück der Anlagen bilden modifizierte Winden von STAHL CraneSystems. Sie wurden bei der Produktion im süd­deutschen Künzelsau für die Aufnahme der Greifer vorbereitet, für eine Hub­geschwindig­keit von bis zu 9 m/min ausgelegt und aufgrund der hohen Sicherheits­anforderungen mit einer zweiten Bremse ausgestattet. Insgesamt lieferte STAHL CraneSystems 6 frequenz­gesteuerte Winden des Typs SHWF 8 mit Tragfähig­keiten zwischen 50 und 63 Tonnen sowie vier Seilzüge vom Typ ASF 7 mit Tragfähig­keiten zwischen 20 und 32 Tonnen. Auch die Rad­blöcke und die Fahr­antriebe kamen aus Deutschland. Die Konstruktion und Produktion der Krane und der Greifer sowie die Programmierung der Steuerungen erfolgte bei Sparkline.
Um die komplexe Kran­anlage sicher und wirtschaftlich betreiben zu können war eine intelligente Kran­steuerung notwendig. Die Krane arbeiten auf zwei Höhen­niveaus und kommunizieren drahtlos, um Kollisionen zu verhindern. Laser­basierte Entfernungs­messer liefern die Positions­daten. Als Steuerung dient eine Siemens S7 PLC in Verbindung mit Umrichtern der neuesten Generation. Auch die sicherheits­technische Auslegung der Anlage war anspruchsvoll, da der vorgeschriebene Amerikanische Standard CMAA 70 – Class D (für schwere Beanspruchung) mit den indischen Industrie­standards in Einklang gebracht werden musste. Auch dieser Herausforderung stellten sich die Kranbauer von Sparkline.

Deutsch-Indische Partnerschaft
Seit 1999 hat STAHL CraneSystems den Krantechnik­markt in Indien gemeinsam mit indischen Kranbau­partnern aufgebaut. Inzwischen gehört Sparkline als Spezialist für Material­fluss­lösungen im Auto­mobil­bereich zu den größten Abnehmern von STAHL-CraneSystems-Kettenzügen weltweit. Gefertigt wird in zwei hoch­modernen Kranbau­werken in Pune. Durch ein eigenes Kettenzug-Lager kann der Kran­bauer seine indischen Kunden schnell mit Standard­produkten beliefern.

Abschluss mit Auszeichnung
Gerade einmal 9 Monate nach Auftrags­eingang, im März 2013, lieferte Sparkline die fertige Kran­anlage aus. Die Krane wurden in den darauf­folgenden Monaten installiert und im März 2014 in Betrieb genommen. Im Juli 2014 erhielt Sparkline noch einmal Post von Ford: Der Auto­mobil­hersteller bedankte sich für die hervorragende Arbeit und den erfolgreichen Abschluss des Projektes: „Vielen Dank für Ihre Geduld! Wir haben firmen­intern die beste Kran­anlage in dieser Region versprochen, eine Anlage, die sämtliche globalen Standards von Ford erfüllt. Jetzt haben wir sie bekommen“, schrieb Jose Conce Romero, einer der weltweit tätigen Kran­experten von Ford, zum Abschluss. Gute Voraussetzungen für weitere Sparkline-/STAHL-CraneSystems-Projekte, denn die Erweiterung des Werkes könnte schon in zwei bis drei Jahren anstehen.

Bilder

Modernste Fertigung bei Ford in Indien. Zur Bestückung der Press- und Stanz­straßen kommen automatische Prozess­krane mit STAHL-CraneSystems-Komponenten zum Einsatz.
Kernstück der Kran­anlagen sind Seil­winden des Typs SHW 8 von STAHL CraneSystems. Sie wurden bei ihrer Produktion in Künzelsau für besonders hohe Geschwindig­keiten und die Arbeit mit Werkzeug­greifern ausgerüstet.
Rasanter Werkzeug­wechsel aus der Luft: Mit bis zu 60 m/min steuern die Krane die gewünschte Werkzeug­position an, nehmen das Werkzeug auf und befördern es an einen dafür vorgesehenen Lager­platz. Auch die Bestückung mit dem nächsten Werkzeug erfolgt automatisch.
Arbeiten auf mehreren Höhen­niveaus: Um eine Kollision von Hallen­kranen und Halbportal­kranen zu verhindern ist ein wirkungsvoller Kollisions­schutz unerlässlich.