Der Überfahrer

Der Überfahrer

Zwei Seilzüge, drei Krane, eine Lösung

Zwei Seilzüge, drei Krane, eine perfekte Lösung

07.02.2014 Presse

Riexinger Novoferm in Brackenheim fertigt Brand­schutztüren. Die Produktion ist in hohem Maße automatisiert und entspricht in allen Produktions­stadien dem neuesten Stand der Technik. Als eines der Bearbeitungs­zentren kürzlich modernisiert wurde, standen die Planer von Riexinger vor einer kniffligen Aufgabe: Das neue Hoch­regal zum Bevorraten der Tür-Rohlinge reichte bis knapp unter die Decken­verstrebungen, was es unmöglich machte, einen Hallen­kran darüber zu installieren. Einen solchen Kran benötigen die Arbeiter jedoch, um die schweren Blech­pakete vom vorderen Hallen­teil am Hoch­regal vorbei ins Zwischen­lager im hinteren Hallen­teil zu transportieren.
Ihr Wunsch, den gesamten Hallen­flügel um die Maschine herum per Kran zu erreichen, führte die Planer von Riexinger zum STAHL-CraneSystems-Partner Innokran. Der schwäbische Hersteller von Spezial­kranen fand eine wirtschaftlich sinn­volle und technisch faszinierende Lösung zum Umfahren des Regalturmes.

Die inzwischen im Alltag bewährte Kran­anlage besteht aus drei Kran­brücken: Ein 12,20 Meter breiter Standard­kran überspannt das Bearbeitungs­zentrum und den vorderen Hallen­bereich; ein zwei­geteilter Spezial­kran bedient den hinteren Teil. Die kürzere Kran­brücke dieses Spezial­krans deckt mit einem Spur­mitten­maß von 3,60 Metern den Durchgang neben dem Regal ab, während der 7,80 Meter breite zweite Hänge­kran auf einer parallel verlaufenden Kran­bahn die Lager­fläche hinter der Maschine überspannt. Im Überlappungs­bereich der Kran­bahnen kann der Seilzug von einer auf die andere Brücke wechseln. Möglich macht dies ein ausgeklügelter Verriegelungs­mechanismus aus dem Hause STAHL CraneSystems.
Gibt der Kran­führer per Fern­bedienung den Befehl zum Verriegeln und bewegt die aktive Brücke zur definierten Überfahr­position, verlangsamt die Steuerung die Fahrt der Kran­brücke auf den letzten 10 Zentimetern und stoppt exakt auf Höhe der zweiten Kran­brücke. Dies könnte theoretisch an einer beliebigen Stelle entlang der Kran­bahn erfolgen, im Fall von Riexinger Novoferm ist die Verriegelungs­position aus statischen Gründen jedoch exakt definiert.

Mehrere Sensoren erfassen die Annäherung und die korrekte Position der Kran­brücken. Sind beide Brücken gleichauf, werden sie automatisch verriegelt und ein Mechanismus gibt den Weg für den elektrisch verfahrbaren STAHL-CraneSystems-Seilzug frei. Das Überfahren ist selbst­verständlich auch unter Last möglich. Die Kran­steuerung wie auch die kabel­gebundene Fern­bedienung sind direkt am Hebe­zeug angebaut. Über eine integrierte Logik wird ermittelt, auf welcher der beiden Kran­brücken sich die Katze aktuell befindet und welche der Fahr­motoren demnach zur Kran­bewegung angesteuert werden müssen. Die Signal­übertragung für Fahr­befehle und Logik­signale wird über zusätzliche Schleif­leitungen zwischen dem Seilzug und den jeweiligen Kran­brücken übertragen. Die Daten­übertragung zwischen den Kran­brücken erfolgt berührungs­los mit insgesamt 5 Licht­schranken.
Lasten, die aus dem vorderen Bereich in den hinteren Teil der Halle transportiert werden sollen, können in dem sechs Meter breiten Überlappungs­bereich der beiden Kran­bahnen übergeben werden.

Ausgereifte Kran­technik intelligent eingesetzt
Neben dem SH-Seilzug von STAHL CraneSystems versteckt sich noch ein weiteres Hebezeug in dieser Sonderlösung: Zum Antrieb des Verriegelungs­mechanismus dient ein oberhalb des kürzeren Krans montierter Kettenzug ST 05. Dieser öffnet außerdem die Sperr­klinken für die Über­fahrt der Laufkatze, die während des Einzel­betriebs der Kran­brücken als Puffer­anschlag dienen. Hebezeuge, die Kran­steuerung sowie die Hänge­kran­kopfträger und die Fahr­motoren kommen vom 70 Kilometer entfernt beheimateten Spezialisten für Krantechnik-Sonderlösungen, STAHL CraneSystems.
Die Innokran GmbH fertigt seit 2010 als zertifizierter Kranbau­partner von STAHL CraneSystems Kran­anlagen. Der Fokus des Unternehmens liegt auf kniffligen Sonder­lösungen, die von Pleidelsheim aus in die ganze Welt exportiert werden.

Bilder

Der Spezial­kran im hinteren Hallenteil lässt sich teilen. Die im Bild rechte Kran­brücke kann dadurch am Hoch­regal vorbei in den vorderen Hallenteil fahren.
Einfache Bedienung: Gibt der Kran­führer den Befehl zum Verriegeln, bremst die Steuerung bei der Annäherung automatisch ab und verriegelt die Kranbrücken automatisch.
Links: Fünf Licht­schranken zur berührungs­losen Signal­übertragung zwischen den Kran­brücken, mittig oberhalb der Kettenzug für den Verriegelungs­mechanismus, rechts die Schleif­leitungen für Fahrbefehle und Logiksignale.
Der kürzere Teil des Sonder­krans kann am Hoch­regal vorbei in den vorderen Hallenteil fahren.
Das Bearbeitungs­zentrum im vorderen Hallenteil wird von einem 12,20 Meter breiten Standardkran überspannt.
Fünf Licht­schranken zur berührungs­losen Signalübertragung.