Umrüstung von drei Hängekranen im Hangar
Kunde: SR Technics Switzerland
Ausgangssituation
Die SR Technics Switzerland, ansässig am Flughafen Zürich, bietet Service-Leistungen für Passagier- und Transportmaschinen an. In dem riesigen Hangar mit einer Grundfläche von 130 x 130 m können Flugzeuge mit einer Gesamthöhe von bis zu 26 m einfahren. Insgesamt können bis zu vier Maschinen des Typs A330/340 oder B747 gleichzeitig betreut werden. Für die Montagearbeiten der schweren Flugzeugteile werden seit 1972 drei Spezialkrane aus dem Hause STAHL CraneSystems eingesetzt. Die Riesenkrane mit einer Traglast von jeweils 10.000 kg und Spannweiten zwischen 12,8 m und 51,2 m verrichteten in den drei Jahrzehnten seit ihrer Inbetriebnahme zuverlässig ihren Dienst. Im November 2002 wurde nach einem Defekt an einem der Krane ein Gutachten durch einen Kransachverständigen eingeholt. Schnell war klar, dass Handlungsbedarf für eine Modernisierung bestand.
Anforderungen
Aufgrund der Ausarbeitung des Sachverständigen gab die veraltete Bauweise der Windenhubwerke Anlass genug, über eine Umrüstung nachzudenken, denn sicherheitstechnisch waren die Hebezeuge nicht auf dem Stand der Technik des 21. Jahrhunderts. Eine komplette Generalüberholung der Hubgetriebe und die aufwendige Nachrüstung von Sicherheitstechnik wären erforderlich gewesen. Auf Empfehlung des Sachverständigen sollten auch wartungsintensive bewegliche Teile sowie die Elektrik erneuert werden.
Realisierung
SR Technics Switzerland schrieb die Arbeiten mit der Maßgabe aus, die Leistungsmerkmale der vorhandenen Technik zu erreichen. Anstelle der Neulieferung der Krane wurde von den Ingenieuren der STAHL CraneSystems AG in der Schweiz ein wirtschaftliches Konzept entwickelt, das vorsah, alle beweglichen Teile sowie die Elektrik der Krane direkt vor Ort umzurüsten. Eine nicht zu unterschätzende Herausforderung bestand darin, über 400 mechanische Bauteile in Einzelanfertigung neu herzustellen und vor Ort termingerecht und passgenau einzubauen. Dabei waren Maßtoleranzen für wetterbedingte Temperaturschwankungen zu berücksichtigen.
Mit diesem detailliert ausgearbeiteten Konzept gelang es im Wettbewerb das überzeugendste Paket zu schnüren. Ausschlaggebend für die Entscheidung des Kunden waren die Qualität und Terminsicherheit bei der Abwicklung, denn die Krane müssen permanent zur Verfügung stehen. Hier war das Vertrauen in die Technik und Abwicklungskompetenz des Originalherstellers entscheidend.
Für jede Krananlage war eine Umbauzeit von maximal drei Wochen vorgesehen, in der die Elektrik erneuert, die Hebezeuge und Antriebsmotoren ausgetauscht und die kompletten Radsätze der Krankopfträger erneuert wurden. Für die Kranfahr- und Katzfahrbewegungen wurden moderne Frequenzumrichter vorgesehen, so dass dem Kunden nun zeitgemäß stufenlose Geschwindigkeiten zur Verfügung stehen.
Die Stromzuführungen entlang den 130 m langen Kranbahnen wurden durch neue Kompaktschleifleitungen Typ KSL ersetzt. Die Bedienung der Krane wurde auf Funksteuerungen umgerüstet, die die alten kabelgebundenen Hängesteuergeräte ersetzten. Zum Einsatz kamen Funksteuerungen vom Typ FST 514. Da im Hangar mit kerosinhaltiger Atmosphäre zu rechnen ist, sind die Funksender explosionsgeschützt ausgeführt.
Eine Besonderheit stellen die Hebezeuge dar. Anstelle der alten Winden sind nun Serienhebezeuge der Baureihe AS70 von STAHL CraneSystems eingebaut. Die gewünschte schnelle Hubgeschwindigkeit von 12,5 m/min wurde ebenso realisiert wie die Forderung nach Ausführung ohne Hakenwanderung: zwei Seile wurden von der Trommel geführt, ihre Geschwindigkeit jedoch nicht durch Seilumlenkungen reduziert. Die Sicherheit der Kransysteme ist für den Kunden SR Technics Switzerland von entscheidender Bedeutung. Das eingebaute Lastmesssystem LAS erfasst das Lastmoment direkt im Hubgetriebe. Bei Überlastung wird die Hubbewegung durch den Multicontroller SMC1 abgeschaltet. Dieses System sorgt für das entscheidende Plus an Sicherheit, denn das elektronische Gerät zeichnet alle Betriebszustände von der Anzahl der Motorschaltungen bis hin zu Überlastsituationen auf. Zusätzlich überwacht es die Temperatur des Hubmotors. Mit den elektronischen Aufzeichnungen kann die rechnerische Restlebensdauer des Hebezeugs exakt ermittelt werden – ein wichtiges Element für das Wartungskonzept der umgebauten Krane.
Resultat
Das komplette Modernisierungsprojekt wurde von der Konzipierung über die Lieferung bis hin zur Montage und Inbetriebnahme von STAHL CraneSystems durchgeführt. Die Schweizer Tochtergesellschaft baute die Krane Ende 2004 innerhalb von neun Wochen um und rüstete alle neuen Komponenten nach.
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Für die termingerechte Wartung der Flugzeuge sind höchste Verfügbarkeit und
Zuverlässigkeit der Krane von entscheidender Bedeutung.
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Die Durchführung der Umrüstung erfolgte in einem engen Zeitfenster, denn der
Betrieb im Hangar sollte reibungslos weiterlaufen.
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Die komplette Elektrotechnik sowie sämtliche beweglichen Teile wurden
ausgetauscht, darunter auch die 40 kg schweren Laufrollen.
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