Fünf Schwerlastkrane in der Motorenproduktion
Kunde: BMW, Landshut
Ausgangssituation
Für die Produktion des Leichtmetallgehäuses nahm BMW 2004 eigens eine neue Gießerei in Betrieb, in der an sechs hochmodernen Druckgussanlagen die unterschiedlichen Motorenteile gefertigt werden. Jedes dieser Bauteile wird mit einem eigenen Werkzeug gegossen, das je nach Größe bis zu 40 Tonnen wiegen kann. Für den regelmäßigen Werkzeugwechsel benötigen die BMW-Mitarbeiter modernste Krananlagen, mit deren Hilfe sie die schweren Werkzeuge in die Maschinen heben und bei Bedarf diverse Wartungsarbeiten ausführen können.
Anforderungen
Die neue Produktionshalle ist etwa 140 Meter lang und 65 Meter breit. Im Hauptbereich ist das Gebäude in zwei Bereiche geteilt, in denen die zu beschaffenden Krane Spannweiten von 21 bzw. 29 m überbrücken müssen – die benötigte Spannweite im anschließenden Gebäudeteil beträgt 13,5 m. In den großen Hallen soll eine Hubhöhe von 12 Metern erreicht werden. Die Arbeitsprozesse in der Gießerei erfordern unter anderem das Wenden der schweren Gießwerkzeuge – eine kniffelige Aufgabe, gilt es doch, den Wendevorgang sicher und gefahrlos zu gestalten. Zudem wollte man die Einbauhöhe in der vorhandenen Gebäudestruktur optimieren – ein weiterer Punkt, der bei der konstruktiven Auslegung der Krane zu beachten war. Die Kranbrücken sollten so angeordnet werden, dass sie zum einen den erforderlichen Sicherheitsabstand zur Decke einhalten und zum anderen der Hakenweg maximal wird. Mit dieser komplexen Aufgabenstellung trat der Kunde an STAHL CraneSystems heran. Die Fachingenieure des Kranspezialisten entwickelten ein Lösungskonzept, das den Kunde überzeugte.
Realisierung
Jeder der vier mächtigen Zweiträgerlaufkrane ist für Traglasten bis 40 Tonnen ausgelegt und verfügt über zwei baugleiche Hebezeuge, die ebenfalls jeweils 40 Tonnen heben können. Die Festlegung zweier baugleicher Hebezeuge gewährleistet einen sicheren und fehler - freien Wendevorgang. Als Schutz vor Überlastung prüft die elektronische Lastsummierung SSC kontinuierlich das an den Haken hängende Gewicht und schaltet die Hubbewegung im Notfall ab. Der Kranführer steuert den Lastwendevorgang aus sicherer Entfernung mittels Funkfernsteuerung. Für eine fein dosierte horizontale Rotation sind die Lasthaken elektrisch drehbar ausgeführt. Besonders komfortable Fahreigenschaften ermöglichen die stufenlos geregelten Fahrantriebe, auch für die Hubbewegung der Seilzüge AS70 von STAHL CraneSystems steht dem Kunden die Geschwindigkeitsregelung per Frequenzumrichter zur Verfügung. Einen wertvollen Beitrag zur Sicherheit und Anlagenverfügbarkeit leistet das Condition-Monitoring-System SMC, das wichtige sicherheits- und funktionsrelevante Bauteile überwacht. In diesem Sicherheitskonzept spielt die kontinuierliche Berechnung der zu erwartenden Restlebensdauer der Elektroseilzüge eine wichtige Rolle. Außerdem liefert die Elektronik Daten zum Bedienverhalten der Kranführer, wie zum Beispiel die Anzahl an Überlast situationen. Weitere Rückschlüsse auf das Bedienverhalten der Kranführer kann aus der Anzahl der Motorschaltungen gewonnen werden. Durch Auswertung der aufgezeichneten Informationen lassen sich gezielt Schulungsmaßnahmen für die Kranführer ableiten, um die Sicherheit bei der Arbeit mit dem Kran weiter zu erhöhen. Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme der Schwerlastkrane lieferte STAHL CraneSystems im Januar 2005 den Folgeauftrag nach Landshut. Der hochwertige Brückenkran wurde ebenfalls als Zweiträgerlaufkran ausgeführt und wird in einer kleinen Nebenhalle mit 6,5 x 8 Metern Grundfläche betrieben. An Bord arbeiten zwei Elektroseilzüge mit 16 bzw. 10 Tonnen Trag last. Bei der Dimensionierung war ein maximaler Abstand von 700 mm zwischen den Lasthaken einzuhalten, der dank der modularen Baugruppen von STAHL CraneSystems ein gehalten werden konnte. So kann der Kunde den beengten Raum optimal nutzen, und das unter Verwendung wirtschaftlicher Serienkomponenten.
Resultat
Seit über zwei Jahren arbeiten nun die vier Schwerlastkrane der Gießerei im Zweischicht-Betrieb, ohne Ausfälle und zur vollsten Zufriedenheit des Kunden. Der sichere und langfristige Betrieb wird durch den Originalteilservice direkt ab dem STAHL CraneSystems Zentrallager in Künzelsau gewährleistet. Für zuverlässigen und prompten Service im Störungsfall steht ein fl ächendeckendes Netz von Monteuren bereit, die in Künzelsau im Schulungszentrum von STAHL CraneSystems permanent in der neuesten Technik ausgebildet werden.
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| Für sichere Inspektionsarbeiten ist jedes Hebezeug mit einer Wartungsbühne
ausgerüstet. Die Doppel-Lasthaken der Hakenflaschen können für feinfühlige
Handhabung der Lasten elektrisch verdreht werden. |
Der Kran mit 13,5 m Spannweite wurde mit
aufgebockter Brücke konstruiert, um die nutzbare Hakenhöhe zu maximieren. |
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Die Schwerlastkrane sind mit stufenlos regelbaren Antrieben ausgerüstet. Zum
Wartungskonzept gehört ein umfangreiches Condition-Monitoring-Paket.
Die
Laufstege erleichtern sichere Inspektions- und Wartungsvorgänge. |