Systemlösungen nach Maß

Coil-Handling-Kran in der Papierindustrie


Kunde: SAPPI Alfeld AG, Alfeld

Ausgangssitutation
Der südafrikanische SAPPI (South African Pulp and Paper Industries)-Konzern betreibt in ganz Europa Papierfabriken. Rund 1000 Mitarbeiter produzieren am Standort Alfeld Spezialpapiere. Ende 2001 wurde eine Papiermaschine umgerüstet, die das Handling von schwereren Papierrollen erforderte.

Anforderungen
Die Hauptaufgabe des neuen Krans war klar: 22 t schwere Papierrollen waren alle 30 Minuten umzuschlagen. Zusätzlich sollte der Kran für Wartungsarbeiten eingesetzt werden. Bei dieser Nebenaufgabe beträgt die Gesamtbelastung 30 t. Zu den Einsatzbedingungen gehörte auch die Umgebungstemperatur von 60°C sowie die beengten Raumverhältnisse: für den Einbau des Krans stand lediglich eine Höhe von 1.465 mm zur Verfügung.

Realisierung
Der Umschlag der 5,5 m langen Papierrollen von 2,4 m Durchmesser erforderte den Einsatz von zwei Lasthaken im passenden Abstand zueinander. Dafür wurden zwei Elektroseilzüge vorgesehen, die unabhängig voneinander auf der Kranbrücke fahren können und im gekoppelten Betrieb die Papierrollen transportieren. Wegen der hohen Umschlagleistung wurden die Hebezeuge um 50 Prozent überdimensioniert: sie sollten bis zu 33 t heben können, auch wenn die Rollen nur 22 t wiegen. Nun war noch die Nebenaufgabe des Krans zu meistern, nämlich das Wenden der Papierrollen um 90 Grad und die Wartung von Anlagenteilen. Das von STAHL CraneSystems erarbeitete Konzept sah vor, ein drittes Hebezeug mit 30 t Tragkraft zwischen den beiden anderen Hebezeugen anzuordnen. Wie kann ein 30 t-Produktionskran mit über 18 m Spannweite in ein Bauwerk eingesetzt werden, wenn nur 1.465mm Gesamthöhe verfügbar sind und noch dazu die Gebäudestatik Probleme macht?
Kein Problem für die Spezialisten von STAHL CraneSystems: Speziell dimensionierte Kranbrücken und die Elektroseilzüge vom Typ AS70 mit ihrer vorteilhaften Seilgeometrie begünstigen eine niedrige Bauweise. Obwohl die Kranbahn nicht ausgelegt ist für 30 t-Lasten, fand das Engineering-Team von STAHL CraneSystems eine Lösung, um den Kran sicher zu betreiben: die Lasten werden auf acht Räder verteilt, anstelle der üblichen vier.

Hebetechnik
Alle drei Hebezeuge sind ohne die beim Heben und Senken nachteilige Hakenwanderung ausgeführt.
Eine stabile Lastführung wird durch die Bauweise der Hakenflasche begünstigt. Präzise, sichere Hubvorgänge sind mit den Hubmotoren ein Leichtes. Zwei Geschwindigkeiten im Verhältnis 6:1 und 80 Prozent ED (Einschaltdauer) stehen zur Verfügung. Das elektronische Motormanagement SLE überwacht die Temperatur des Hubmotors und stellt geräusch- und verschleißarmes Anlaufen und Bremsen sicher. Da die Traglast der drei Hebezeuge die Tragfähigkeit der Kranbrücke überschreitet, ist eine elektronische Lastsummierung eingebaut. Sie stellt sicher, dass maximal 30 t angehoben werden. Das Gerät überwacht auch das Lastkollektiv, wichtig zur Berechnung der Lebensdauer des Seilzugs.

Wartungskonzept

Komponenten von STAHL CraneSystems sind wartungsarm.
Insbesondere die modernen Hebezeuge und Antriebe erfordern wenig Aufwand bei Überprüfung und Wartung. Trotzdem ist von Zeit zu Zeit u.a. der Bremsenverschleiß zu kontrollieren, um die optimale Verfügbarkeit der Anlage zu gewährleisten. Folgerichtig ist der Kran von STAHL CraneSystems bei SAPPI mit einer Wartungsbühne ausgerüstet. Die Antriebe sind mit wartungsfreundlichen Steckverbindungen ausgerüstet, selbstverständlich liegt der Motor außerhalb der Trommel.
Sichergestellt wird der störungsfreie Betrieb der Krananlage vom ServiceTeam der STAHL CraneSystems Niederlassung Hannover, die im regelmäßigen Turnus seit der Inbetriebnahme Wartung und Inspektion durchführt.

STAHL CraneSystems ist Mitglied der GKS – Gütegemeinschaft Kranservice – die sich der Förderung qualitativ hochwertiger Kranwartung verschrieben hat.


 
 

 
Anheben der Last ohne seitliche Haken- wanderung. Stabile und schwingungsarme Handhabung, begünstigt durch die Bauweise der Hakenflasche. Der neue Zweiträgerlaufkran von STAHL CraneSystems bei SAPPI - Papier im Werk Alfeld entnimmt alle 30 Minuten mit zwei zusammengeschalteten Hebezeugen eine
22 t schwere Papierrolle aus der Papiermaschine.
 

In der Mitte das 30 t-Hebezeug, außen angeordnet die beiden Seilzüge für das Rollenhandling.